Eine ganze Reihe von Krankheiten, ausgelöst durch Viren, Bakterien, Pilzen oder anderen Erregern, werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. HIV/Aids, Hepatitis B, Syphilis, Gonorrhoe, Herpes genitalis, Ulcus molle, Feig- und Dellwarzen, Infektionen mit Hefepilzen, Trichomonaden und Chlamydien, aber auch Krätze oder Filzläuse können nach ihrem klinischen Bild zusammen mit den entsprechenden Untersuchungsmethoden nachgewiesen werden. Eine Meldepflicht für den Arzt besteht aktuell für Syphilis (anonym) und HIV (nichtnamentlich), sowie Hepatitis B (namentliche Meldung bei akuter Infektion).

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Diagnose von sexuell übertragbaren Krankheiten: Blutuntersuchungen
Bei allen Arten von Antikörpertests ist zu beachten, dass nach einer Infektion eine gewisse Zeit vergeht, bis der Körper Antikörper gebildet hat. Wird innerhalb dieses frühen Zeitraums eine Blutuntersuchung durchgeführt, kann diese negativ ausfallen, obwohl eine Infektion vorliegt.
Bei HIV sind Antikörper 12 Wochen nach einer Infektion ausgebildet. Wird durch einen ELISA-Test eine Infektion nachgewiesen, wird diese Diagnose im Allgemeinen noch durch einen weiteren Test überprüft.
Bei der Hepatitis B, einer entzündlichen Lebererkrankung, zeigen sich erst zwei bis sechs Monate nach einer Infektion Symptome. Zur Diagnostik werden Antikörper und Antigene (HAV/HBV) nachgewiesen.
Bei der Syphilis können ab der 4. Woche nach der Infektion mit dem TPHA (Treponema-pallidum-Hämagglutinations-Test) Antikörper nachgewiesen werden. In Zweifelsfällen kann der FTA-Test (Fluoreszenz-Treponema-Antibody-Test) zusätzlich zur Anwendung kommen.
Bei einer chronischen Infektion mit Chlamydia trachomatis ist ein Antikörpertest zu empfehlen, da im Abstrich oft keine Erreger mehr gefunden werden.
Beim Verdacht auf eine Herpesinfektion sind sowohl Antikörper- als auch direkte Erregernachweise möglich.
Soll einer möglichen Tripperinfektion nachgegangen werden, ist neben dem Abstrich auch eine Antikörperuntersuchung im Blut möglich.
Diagnose von sexuell übertragbaren Krankheiten: Abstriche
Bei Infektionen mit Chlamydia trachomatis erfolgt der Nachweis des Erregers durch Abstriche (Harnröhre, Gebärmutterhals, evtl. Urin) mittels Immunfluoreszenztest oder durch den aufwändigeren Direktnachweis der DNA mittels PCR.
Bei Verdacht auf Tripper (Gonorrhoe, ausgelöst durch Neisseria gonorrhoeae) sind Abstriche (Harnröhre, Gebärmutterhals, evtl. Rachen, After, Bindehaut; Urin) nötig, die nach einer Anfärbung mikroskopisch auf Gonokokken untersucht werden. Bei negativem Befund kann eine Bakterienkultur angelegt werden.
Eine Infektion mit HPV (humanen Papillomaviren) kann auch vorliegen, wenn keine Feigwarzen im Genitalbereich vorhanden sind. Beim HPV-Test werden Zellen vom Gebärmutterhals entnommen und im Labor auf HPV-Viren untersucht. Bei einem positiven Ergebnis sind Abstriche in regelmässigen Abständen zu wiederholen.
Bei akuten Beschwerden einer Herpes-genitalis-Infektion ist ein direkter Abstrich aus den Bläschen anzuraten.
Trichomoniasis und Candidiasis werden meist problemlos mikroskopisch aus Abstrichen aus betroffenen Stellen nachgewiesen.
Das selten auftretende Ulcus molle (weicher Schanker, verursacht durch Haemophilus ducreyi), kann mit der Syphilis verwechselt werden. Ein Abstrich und eine Bakterienkultur sichern die Diagnose.
In seltenen Fällen kann bei einem Syphilisverdacht eine Gewebeprobe direkt entnommen werden, um andere, ähnliche Erkrankungen differentialdiagnostisch auszuschliessen.
Diagnose von sexuell übertragbaren Krankheiten: Sonstige Untersuchungen
Dellwarzen, die durch das Molluscum-contagiosum-Virus verursacht werden, können bei Immunschwäche, aber auch bei Gonorrhoe auftreten, sind direkt zu erkennen und benötigen meist keine weitere diagnostische Abklärung. Auch ein Befall mit Filzläusen ist durch Kratzspuren, Nissen und »Rostflecken« in der Wäsche im Allgemeinen leicht feststellbar. Die durch die Krätzemilbe Scabies scabiei verursachten Milbengänge können durch die Tintenmethode sichtbar gemacht werden.