Flugverkehr, Autobahn, Industrie: die Lärmquellen, denen unser Gehör täglich ausgesetzt wird, sind vielfältig – und: sie nehmen zu. Lärm ist nicht nur lästig; er beeinflusst zudem das gesundheitliche Wohlbefinden. Nicht nur die Ohren leiden unter lauten Straßen oder Maschinen, sondern auch das Herz-Kreislauf- und das Immunsystem.

Darüber hinaus reagiert der Mensch mit erhöhtem Stress auf dauerhafte Lärmbelästigung. Schon bei vergleichsweise geringen Lärmpegeln ab 25 dB, was in etwa einem leisen Flüstern entspricht, können Konzentrationsschwächen und Schlafstörungen eintreten. Ob ein Geräusch als störend wahrgenommen wird, hängt unter anderem mit dem Verursacher des Geräuschs zusammen. Natürliche Geräusche wie ein Vogelzwitschern oder Meeresrauschen werden in der Regel als weniger störend empfunden als ein Autohupen oder das Heulen einer Alarmanlage.

Um das Gehör vor zu hohen Belastungen zu schützen, werden verstärkt Maßnahmen zum Lärmschutz ergriffen. Unterschieden wird dabei zwischen aktivem und passivem Lärmschutz. Der aktive Lärmschutz setzt bereits an der Quelle der Schallentwicklung an: Es werden geräuschärmere Autos gefahren, leisere Rasenmäher genutzt oder Flugverbote ausgesprochen. Darüber hinaus sieht man an Autobahnen immer häufiger Lärmschutzwände, die umliegende Ortschaften vor der massiven Geräuschkulisse abschotten. Beim passiven Lärmschutz liegt das Augenmerk dagegen auf den Orten, an denen es zu einer erheblichen Störung durch Lärm kommt. Hier zählt zum Beispiel der Einsatz einer speziellen Lärmschutzverglasung an Gebäuden zu den häufigsten Maßnahmen.
In Deutschland kümmert sich das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit um den Lärmschutz. Das Ministerum setzt die Bestimmungen der 2002 erlassenen EG-Umgebungslärmrichtlinie um, darunter fallen unter anderem die Erfassung von Lärmbelastungen durch sog. Lärmkarten oder das Erarbeiten von Aktionsplänen zur Verminderung von starken Lärmsituationen.

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